CMS Marktanteile 2019

Was sind die führenden Content-Management-Systeme (CMS) und wie teilt sich der Markt unter ihnen auf? Wie haben sich die Marktanteile entwickelt? Welche CMS-Systeme haben das Zeug dazu, in der Zukunft eine immer stärkere Rolle zu spielen und welche Systeme werden in den nächsten Jahren vielleicht sogar vom Markt verschwinden?

Wer sich mit Webdesign befasst hat sie eigentlich alle schon einmal mindestens gehört, wenn nicht gar mit ihnen gearbeitet: WordPress, TYPO3, Joomla und vielleicht auch noch Drupal. Wer selbst kein aktives Webdesign betreibt, aber sich beruflich dennoch damit auseinandersetzt, bspw. weil er Unternehmer ist und eine Website betreibt, kennt zumindest WordPress und TYPO3. Wer sich privat mit Webdesign beschäftigt, kennt eher die Webbaukästen wie Wix, Jimdo oder die Webbkaukästen der großen Hoster wie 1&1, Telekom, Strato & Co.

In diesem Artikel soll es jedoch weniger um eine Bewertung der Systeme gehen, als vielmehr um ihre Marktstellung, ihre Entwicklung in der Vergangenheit und die Prognose für die Zukunft sowie ein paar Anmerkungen am Rande, was den Erfolg oder den Untergang des ein oder anderen Systems ausmacht. Beginnen wir mit den Fakten der Marktverteilung:

CMS Marktanteile in Deutschland

Klassische CMS-Systeme im Vergleich

Das nachfolgende Diagramm stellt die Marktanteile der prominentesten Content Management Systeme im deutschsprachigen Raum im ersten Quartal 2019 gegenüber. Es vergleicht dabei die 5 großen CMS innerhalb eines Gesamtwertes von 100%. Weitere Systeme bleiben unberücksichtigt. Des Weiteren wurden nur Systeme berücksichtigt, die für einen klassischen Internetauftritt genutzt werden. Shop- und reine Blog-Systeme sowie Systeme die kein CMS im klassischen Sinne sind blieben ebenfalls unberücksichtigt. Je nach gewählter Definition kommt man so zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen.

Fahren Sie mit der Maus über die Grafik für Hinweise.

 

CMS Marktanteile weltweit

Web-Systeme im Vergleich

Die nachfolgende Grafik zeigt die Aufteilung der populärsten Websysteme am Markt weltweit. Unter “sonstige” fallen alle Systeme, die bekannt, aber je unter 1% Marktanteil liegen.

Die Systeme sind aufgeteilt in
  klassische CMS   Shop-Systeme  Web-Baukästen 

Fahren Sie mit der Maus über die Grafik für Hinweise.

 

Im Gegensatz zur vorherigen Grafik werden hier alle Webseiten erfasst. Also auch Internetauftritte, deren System nicht bekannt ist oder kein System vorhanden ist. Zusammen ergeben diese Seiten überraschender Weise den größten Teil des Kuchens.

 

CMS Marktanteile

Sieg für WordPress, Sonderstellung für TYPO3

Egal, welche der drei obigen Statistiken wir heranziehen: der Gewinner bleibt immer WordPress als erfolgreichsten CMS. Selbst in der letzten Grafik, bei der uneingeschränkt alle Webseiten eingeschlossen sind, spielt WordPress immer noch eine große Rolle, während schon der 2. Platz mit mickrigen 2% im Datendschungel verschwindet.

Eine Sonderstellung nimmt in den Statistiken TYPO3 ein. Das professionelle und hochanspruchsvolle CMS hat in Deutschland eine Sonderstellung. In keinem anderen Land hat es so einen hohen Marktanteil. Im weltweiten Vergleich spielt es hingegen keine Rolle mehr und gilt außerhalb des deutschsprachigen Raums als eher unbeliebt.

Entwicklung der Marktanteile 2010 bis 2019

Das nachfolgende Diagramm zeigt die populärsten CMS Systeme weltweit mit ihrem Marktanteil untereinander in Prozent ohne Berücksichtigung der unbekannten Systeme. Das Diagramm zeigt also den zeitlichen Verlauf des Kreisdiagramms 2.

Damit diese Statistik im unteren Bereich überhaupt noch lesbar ist, wurde das CMS WordPress in dem Diagramm weggelassen. Zur Orientierung: Es hatte im Jahr 2010 einen Marktanteil von ca. 50,8% und ist seit dem kontinuierlich gestiegen und nun aktuell bei den oben bereits genannten 60,9% angekommen.

 

FAZIT und Prognose

Alle klassischen CMS haben in den letzten Jahren mit Ausnahme von WordPress Marktanteile verloren. In erster Linie mussten sie diese Marktanteile an WordPress abgeben. Aber auch im Bereich der Online-Systeme (Webbaukästen) haben sich in den letzten Jahren einige Dominanzen gebildet und den Klassikern etwas Marktanteile abgeluchst. International sind hier Squarespace und Wix zu nennen in Deutschland könnte noch Jimdo genannt werden.

Eigentlich müsste man die obige Grafik jedoch noch in “Hobby” und “Business” einteilen. Hierfür fehlen mir leider Statistiken. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Webbaukästen in erster Linie von Privatanwendern genutzt werden. Hinzu kommen Kleinunternehmen, die für einen professionellen Internetauftritt kein Geld ausgeben können oder wollen. Das sind dann Webseiten, die früher “von einem Bekannten” erstellt wurden. Darüber hinaus sitzen im Businessbereich die professionellen CMS nach wie vor relativ fest im Sattel.

WordPress ist das erfolgreichste CMS und wird seinen Marktanteil in der Zukunft wahrscheinlich noch weiter ausbauen können. Möglicherweise wird Joomla als System mit den größten Ähnlichkeiten zu WordPress dabei sogar untergehen.

Die große Marktmacht hat natürlich auch ihre Kehrseite. So wie kein Betriebssystem mehr Angriffen ausgesetzt ist als Microsoft Windows, so ist auch kein CMS mehr Angriffen ausgesetzt, als WordPress. Die unendliche Vielfalt an Plugins lockt zum umfangreichen Einsatz derselben und erhöht damit die möglichen Sicherheitslücken.

Der Erfolg von WordPress, welches ursprünglich gar kein vollwertiges CMS, sondern schlicht ein Blog-System sein wollte, ergibt sich einerseits durch die für ein CMS relativ einfache Installation und der anwenderfreundlichen Handhabung des Backends. Aber vor allen Dingen auch durch die unendliche Vielfalt an Plugins, Add-ons und Themes. Allein an diesen Erweiterungen gibt es mehr, als es TYPO3 Installationen auf der Welt gibt!

Einen weiteren großen Schub nach vorne haben WordPress sicherlich die neuen PageBuilder wie DIVI, Elementor und Visual Composer beschert, mit denen eine WordPress Installation quasi zum Webbaukasten mit Liveview wird, jedoch mit dem großen Vorteil, dass der Nutzer unabhängig vom Anbieter wie Wix oder Squarespace ist.

Zwar sollte und muss dies kein Anspruch an professionelle CMS wie TYPO3 und Drupal sein, da diese das Ziel verfolgen mit individueller Programmierung und Design professionelle Webseiten und Webanwendungen für eine professionelle Kundschaft zu erstellen, dennoch müssen auch deren Backends letztlich von Redakteuren und Mitarbeitern des Seiteneigentümers bedient werden. Und wirft man einen Blick auf die Backends dieser Systeme, so hat man doch den Eindruck, in den Schlund eines CMS-Dinosaurias zu schauen, der irgendwie den Anschluss an moderne Websysteme verpasst hat.

Über den großen Marktanteil, den TYPO3 mit seiner eigenen Sprache TypoScript in Deutschland hat, schüttelt man jenseits des großen Teichs nur den Kopf. Weltweit hat das CMS in den letzten 10 Jahren über 75% seines Marktanteils eingebüßt. Das Festhalten an diesem hoffnungslos veraltetem System kann eigentlich durch nichts begründet sein, außer durch Gewohnheit, die sich in zu vielen Webagenturen des Landes eingeschlichen hat. In sofern schließe ich mich in diesem Fall den Amerikanern an und prophezeie diesem System mit der nächsten IT-Generation vom Markt zu verschwinden.

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Quellen der Statistiken:  W3Techs · cmscrawler · statistica
Diagramme: © AéM 2019

André Morre

Selbstständiger Grafik-Designer und Inhaber dieser Internetseiten.
Konzeption, Design, Webdesign, Text, Fotografie

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